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Für erfolgreiche Pay Later Lösungen: 5 wichtige Dinge, die im Vorfeld geklärt werden müssen

27.10.2021
2 Min
Verena Mai

Banken und Fintechs – eine Kombination, die jahrelang ausgeschlossen schien. Der heutige Blick auf die Vielzahl an erfolgreichen Kooperationen zwischen den traditionellen und neuen Playern belehrt uns aber eines Besseren: eine Zusammenarbeit zwischen etablierten Banken und aufstrebenden Fintechs gibt es.

Beide Seiten bringen starke Vorteile mit sich. Fintech-Unternehmen punkten ganz klar mit ihren agilen Strukturen, ausgesprochen gut entwickelten Technologien, massivem Know-how und der Schnelligkeit neue Produkte zu entwickeln und an den Markt zu bringen. Banken hingegen bringen ganz andere Wettbewerbsvorteil mit: die Marke, Trust & Legitimität. Sie haben ein starkes Kunde:innenvertrauen, welches sie über Generationen aufgebaut haben und folglich einen großen Kundenstamm. Fintechs sowie Banken können also immens voneinander profitieren.

Bevor allerdings die Zusammenarbeit um eine erfolgreiche BNPL-Lösung zu entwickeln und zu launchen beginnt, müssen unserer Erfahrung nach 5 Voraussetzungen unbedingt schon im Vorfeld geklärt werden. 

1. Das Memorandum of Understanding

Schon zu Beginn der Zusammenarbeit zwischen Bank und Fintech, empfiehlt es sich ein Memorandum of Understanding (MoU) zu erstellen. Das MoU dient dazu, Verantwortlichkeiten beider Kooperationspartner festzulegen, sowie den finanziellen Rahmen des Projekts zu bestimmen. Das sorgt für für die nötige Transparenz und Struktur während der Abwicklung des gesamten Projekts. Zusätzlich vereinbaren wir eine Roadmap mit den einzelnen Meilensteinen bis zum Launch des Produkts, mögliche Ausstiegs-Optionen, Vertraulichkeits- und Lizenzvereinbarungen. Es ist wichtig, dass das Produktteam, das Risikoteam sowie der Vorstand in der Vorbereitungsphase als Entscheidungsträger eingebunden werden. 

2. Das Commitment

Durch unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit der VW Bank und der Raiffeisen Bank International, haben wir gelernt, dass das Top-Management und bedingt die Wichtigkeit des Projekts versehen muss und den Willen haben muss es durchzusetzen. Dieses Commitment ist schon vor dem Start des eigentlichen Projekts von zentraler Bedeutung. Sollte die oberste Management-Ebene nicht vollkommen hinter dem Projekt stehen, ist eine weitere Zusammenarbeit mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit schon vom Start an zum Scheitern verurteilt.

3. Die Koordination des Projekts

Eine Person im Projektteam der Bank sollte die Aufgabe haben das Vorhaben zentral zu koordinieren. Diese Person kann sowohl aus dem Produktteam als auch aus dem Business Development oder der Stabsstelle Vorstand kommen. „Perfekt ist für uns jemand, der Zugang zu allen Abteilungen und Know-how in mehreren Bereichen hat“, betont Credi2 CEO Daniel Strieder. „Ein IT-Hintergrund wäre ideal.“

4. Ein professioneller Projektplan

Das Verfassen eines professionellen Projektplans dient dazu, die erarbeiteten Verantwortlichkeiten, den Umfang des Projekts sowie die erforderlichen Ressourcen festzuhalten. Zusätzlich muss darin angegeben werden, wer seitens des Finanzhauses und wer seitens des Fintechs das Projekt leitet, um klare Strukturen beizubehalten und den Raum für Missverständnisse zu minimieren.

5. Das Kick-off-Meeting

In einem oder mehreren Meetings müssen alle Stakeholder:innen zusammenkommen, um das   nötige Verständnis für das Projekt zu erlangen: „Es ist wichtig, dass uns die Abteilungen als zusätzliche Ressource und Verstärkung ansehen, damit wir gemeinsam das Produkt entwickeln und umsetzen können“, sagt Daniel Strieder. Keinesfalls sollte das Fintech als Konkurrenz der Bank gegenüber gesehen werden, sondern als gleichmäßiger Partner um ein innovatives, neues Finanzprodukt bestens launchen zu können.