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10 Gründe, warum man nicht alle BNPL-Fintechs mit Klarna in einen Topf werfen kann

08.09.2022
4 Min
credi2

Das schwedische Fintech Klarna gilt als die Speerspitze der BNPL-Industrie. Mit unzähligen Händlern als Partner und flexiblem Rechnungskauf hat sich das schwedische Fintech als beliebte Zahlart auch außerhalb der Grenzen Europas etabliert. In den vergangenen Wochen hat Klarna jedoch eher negative Aufmerksamkeit erzeugt. Die massive Downround, die die Firmenbewertung von 45,6 auf 6,7 Milliarden Dollar hinunter rasseln ließ, hat die Fintechwelt geschockt und Branchen-Kritiker:innen dazu bewegt, das Thema BNPL erneut zu hinterfragen. Doch es ist ein Fehler, alle anderen BNPL-Fintechs mit Klarna in einen Topf zu werfen.

Credi2 etwa unterscheidet sich von Klarna und anderen BNPL-Providern, die auf B2C setzen, stark. Das Fintech, das von Apple, der Volkswagenbank und kürzlich von der Deutschen Bank zum technischen Partner für Buy Now Pay Later-Angebote und Subscription-Modelle ausgewählt wurde, sieht durch seine White-Label-Lösungen eine große Zukunft in der noch jungen Branche.

1.Die Fintech-Branche wächst weiter: Abwertungen von 2021 gehypten Fintechs wie Klarna, Stripe oder Robinhood sind medial sehr präsent. Doch diese stehen nicht für die gesamte Branche. Fintech-Startups haben im Q1 2022 insgesamt 32,4 Mrd. Dollar Finanzierungsvolumen erhalten – das sind laut Dealroom stattliche 27% weniger als im Vorjahreszeitraum. BNPL-Startups und Scale-ups wie Tilta (Deutschland) oder Refundid (Australien) haben gezeigt, dass es weiterhin starkes Interesse von Investor:innen an dem Sektor gibt. Und auch wenn Klarna eine große Downround machen musste: Der BNPL-Vorreiter hat satte 800 Mio. Dollar Risikokapital aufgenommen.

2.Kommende Regulierung: Ein Wort, das es so manchem Gründer kalt über den Rücken laufen lässt, ist im BNPL-Geschäft positiv zu sehen: Regulierung. Sowohl in der EU als auch in den USA drohen dem „BNPL“-Modell strengere Vorgaben. Da Fintechs wie Credi2 sich nicht als Gegner der Banken sehen, sondern mit ihren White-Label Lösungen Partner der Banken sind, können sie das Beste aus beiden Welten kombinieren. Banken bringen die Erfüllung der rechtlichen Vorgaben mit, während Credi2 die Technologie einbringt.

3.Die Stärke der Incumbents: Europäische Banken bringen als Partner von BNPL-Fintechs ihre klassischen Stärken mit. Sie verfügen über hohe Liquidität, Know-how bei Bonität und Scoring sowie einen großen Kund:innenstamm sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich. Für Fintechs sind Banken deswegen ideale Partner, weil sie ihnen Zugang zu neuen Kundenschichten geben, um die sich andere BNPL-Player erst mit großem Aufwand bemühen müssen.

4.White Label: Bei BNPL muss es nicht darum gehen, Super-Apps zu bauen, die als neuer Touchpoint und Frontend für die Endkonsument:innen konzipiert sind. White-Label-Lösungen erlauben es Händler:innen, BNPL-Lösungen direkt in ihre bestehenden Online-Shops einzubauen, und sie müssen die Customer Journey nicht an einen großen Player auslagern, der selbst zum Online-Shopping-Portal werden will. Mit der BNPL-Lösung von Credi2 und der Deutschen Bank beispielsweise, werden tausende Händler die Möglichkeit haben, ihre eigene flexible Bezahlmethode zu launchen, ohne dabei auf Klarna & Co setzen zu müssen. Da die Deutsche Bank eine Risikoprüfung vornimmt sowie eine hohe Liquidität vorweisen kann, werden Konsument:innen auch keine hohen Mahnspesen verrechnet.

5.Helfer der Online-Händler: Der E-Commerce ist in den letzten Jahren zu großen Teilen zu einigen wenigen Playern, allen voran Amazon, gewandert. Doch immer mehr Händler:innen haben erkannt, dass sie eigene E-Commerce-Angebote aufbauen müssen, wenn sie sich nicht komplett den US-Riesen ausliefern lassen wollen. Mit Credi2 und europäischen Banken als Partner können sie eigene gefragte Finanzierungslösungen im eigenen Store anbieten – und stärken so die eigene Brand und den eigenen Absatz, anstatt US-Konzernen in die Hände zu arbeiten.

6.BNPL-Wachstum im stationären Handel: Der E-Commerce wird zwar weiterhin wachsen, das größte BNPL-Potienzial befindet sich aber nach wie vor am POS (Point-of-Sale). Die wenigsten Player aber sind dafür richtig aufgestellt, weil die meisten stets auf den boomenden E-Commerce geblickt haben. Nun zeigt sich aber, dass der E-Commerce nach dem Boom der Corona-Jahre wegen der Inflation eine gläserne Decke erreicht hat. Umso interessanter ist es deswegen, am POS mit BNPL-Angeboten präsent zu sein. Jetzt gilt es, dieses Potenzial nicht zu verpassen.

7.Steigende Zinsen erhöhen Refinanzierungskosten für all-in-one BNPL Anbieter: Die Zinswende ist da. Klarna & Co. haben zwar oft Banklizenzen, müssen sich aber für eine Refinanzierung der Kredite, die sie vergeben, Geld bei anderen Finanzinstituten holen – und genau das kostet sie durch gestiegene Zinsen zusätzlich. White-Label Anbieter, die sich rein auf technische Lösungen fokussieren, haben mit Banken im Rücken hier einen klaren Wettbewerbsvorteil. Denn diese haben die liquiden Mittel bereits bei der Hand und müssen nicht zusätzliche Kredite zur Refinanzierung einholen – ein echter Wettbewerbsvorteil nach der Zinswende.

8. Vorsprung im Abo-Zeitalter: Es gibt nicht viele Fintechs, die erkannt haben, dass es neben BNPL noch eine weitere boomende Finanzierungslösung gibt: Subscriptions. Ob Smartwatch, Notebook, Smartphone, E-Bike oder E-Auto – immer mehr Dinge des Alltags werden über Abomodelle vertrieben. Online-Händler:innen suchen verstärkt nach solchen Zahlungslösungen, und Credi2 mit Apple als Partner hat im Bereich der Subscription Economy bereits große Expertise und Umsetzungs-Know-how aufgebaut. Die Vorteile sprechen für sich: Warenkörbe wachsen um bis zu 20 %, die Wiederkaufquote steigt um das Dreifache und Händler erhalten Zugang zu den Generationen Y und Z, da diese Zielgruppe Abomodelle bevorzugen und keinen Wert mehr auf Besitz legen.

9.BNPL-Scale-ups wachsen weiter: 2022 waren und sind Massenkündigungen medial sehr präsent. Dabei übersieht man, dass viele andere Fintechs weiter wachsen. Auch Credi2. Am Weg zum nächsten österreichischen Unicorn werden aktuell neue Mitarbeiter:innen gesucht.

10.Fintechs als Wachstumsmotor: In einer aktuellen McKinsey-Studie wird darauf hingewiesen, dass der deutsche Bankenmarkt die Innovationskraft von Finanz-Startups dringend braucht. Aktuell findet sich kein einziges deutsches Finanzinstitut unter den 50 größten Banken weltweit. „Fintechs nähren die Hoffnung auf eine Renaissance des deutschen Finanzsektors, der sich wieder zu einem internationalen Innovations- und Wachstumsmotor entwickeln könnte“, heißt es in der Studie.